Basis: Weinert-Bausatz
Da der VT70.9 im Jahre 1960 umgebaut wurde, bevor er bei der WZTE zum Einsatz kam, muss auch das Weinert-Modell angepasst und ergänzt werden.
Bilder des Originals sind im Bildarchiv der Eisenbahnstiftung durch Suche von WZTE zu finden.
Augenfälligste Änderungen betreffen die Stirnfront:
- Die äußeren Fenster wurden zu Eckfenstern erweitert, um eine bessere Sicht auf neben die Strecke zu erhalten, u.a. wegen der zahlreichen ungesicherten Bahnübergänge.
- Die Lampen wurden aufgeteilt in große Stirnlampen und kleinere separate Schlussleuchten. Das dritte Spitzenlicht im Dach war vermutlich bereits früher von der DB umgebaut worden, im Modell muss dieses nachgerüstet werden.

Durch diese Änderungen hat der Triebwagen bereits auf den ersten Blick ein wesentliches moderneres Aussehen bekommen.
Im Modell zeichne ich die größeren Fenster grob an. Für die hintere senkrechte Linie parallel zur Türkante nehme ich einen ca. 1.5mm dicken Papierstapel als Lineal.

Das Ausschneiden ist etwas schwieriger. Das Weißmetall ist weich, daher setzt sich Werkzeug schnell zu, durch die Wärme beim bearbeiten schmiert das Weißmetall. Zusätzlich erschwert das glänzende Metall die Orientierung beim bearbeiten.
Meine Vorgehensweise:
- Mit einer 0.3mm-Trennscheibe in der Minibohrmaschine die angezeichneten Konturen schneiden. Drehzahl nicht zu hoch einstellen, um möglichst wenig Wärme zu erzeugen. Das Werkstück auch in der Hand halten, um möglichst wenig Druck durch die Trennscheibe auszuüben. Außerdem merkt man „zu viel Wärme“ dann ganz schnell.
- Das komplette Material mit einem flachen Fräser wegfräsen, die zuvor angelegten Trennschnitte helfen bei geraden Kanten.
- Feinarbeit später mit Feile, Skalpell und Schleifpapier

Für die Bearbeitung muss man sich Zeit nehmen. Der Arbeitsraum ist begrenzt und die Bearbeitung schwierig. Eine kleine (sauber abgenutzte) Trennscheibe hilft dabei, nicht ungewollt am anderen Ende der Scheibe Material abzutragen.

Als nächstes müssen die neuen Lampen vorbereitet werden, die leider an anderen Positionen untergebracht sind. Daher müssen die an sich schönen Nachbildungen verspachtelt werden, ich habe dafür Stabilit genutzt. Auch weitere Öffnungen (Steckdose in der Mitte) und Ankörnungen (Schlussscheibenhalter über den Fenstern) habe ich bei dieser Gelegenheit eliminiert.

Nach ordentlicher Durchhärtung – ich habe einen Tag gewartet – können die „Klebekleckse“ verschliffen werden. Um das Schleifergebnis besser beurteilen zu können, habe ich die beiden Bauteile wiederholt grundiert und wieder geschliffen, bis mir das Ergebnis passte. Es muss jetzt noch nicht perfekt sein, da die neuen Lampen auch noch eingesetzt werden müssen und die entsprechenden Öffnungen noch gebohrt werden müssen.
Die Lampen werden aus Messingrohren (2.5mm und 1.5mm Durchmesser) gebaut und sauber eingepasst.